
„Wear the damn shorts.“ „Every body is a bikini body.“
Ja, ich kann’s auch nicht mehr hören und nein das wird kein Post zu Selbstliebe – oder doch?
Die Sätze sind so simpel und kurze Klamotten tragen so einfach. Also breche ich mit diesem Post doch gleich mal das Eis. Ich rede über meine wohl größte Unsicherheit.
Ich, mit meinen bald 28 Jahren, klinge lächerlich, wenn ich laut sage: „Ja, aber was wenn alle Leute auf meine hässlichen Beine gucken? Und dann über mich sprechen?“. JA ELISIA, WAS DANN? Ich bin nicht mehr auf dem Schulhof und möchte meinen Crush gefallen. Ich heirate den Mann meiner Träume, der genau weiß, wie ich aussehe und mich liebt, wie ich nun mal bin. Ich pflege auch nur ausschließlich Freundschaften, von denen ich weiß, die würden nie nie niemals auf die Idee kommen, mich deshalb schief anzugucken. Am Ende ist es mein eigener Blick in den Spiegel, der mich zweifeln lässt.. am besten noch in irgendeiner Umkleide – gute Nacht, kennen wir alle. Momentan ist es auf Social Media Trend sich zu zeigen, wie man eben ist. Find ich ja gut. Und grundsätzlich weiß ich, das es vollkommen egal ist, wie ich überhaupt aussehe. Soviel mal zur Theorie. Also: wieso habe ich keine Shorts im Schrank? Die heißen Sommer sind fast unerträglich, aber ich habe keine einzige kurze Hose. Ich weiß, wie verrückt das klingt. Ich weiß aber auch, es geht vielen so! Deshalb habe ich beschlossen all meinen Mut zusammen zu nehmen und mache diesen Sommer mal was ganz verrücktes. Ich laufe mit kurzen Hosen rum. Für diesen Versuch braucht es zwei Dinge:
Schritt 1: ich brauch ne kurze Hose, logisch. Hab kurzerhand was bei H&M bestellt, da waren die Sachen gerade im Sale.
Schritt 2: das Zeug auch irgendwie anziehen.
Es ist so sche*ße einfach. Dennoch: ich würde meine größte Schwachstelle preisgeben – meine Beine. Ich habe seit Teenie Tagen schon stark ausgeprägte Cellulite. Und seitdem Komplexe. Vor der Geburt meines Sohnes, wäre es undenkbar gewesen, ins Schwimmbad zu gehen. Das mein Partner mich beim Umziehen und Duschen sehen darf, ist auch nicht selbstverständlich für mich. Im Gegenteil. Es war anfangs eine große Überwindung (ich weiß, klingt bekloppt). Rückblickend war’s auch so, ohne Make Up das Haus zu verlassen. Bis ich Mama wurde (ich weiß, man schiebt immer alles darauf), war es undenkbar für mich, ungeschminkt das Haus zu verlassen. Heute ist mir das so Latte und nach Lust und Laune schminke ich mich oder lasse es. Das ist ja vergleichbar mit der Geschichte der kurzen Hosen. Jetzt erstmal furchtbar – aber vielleicht irgendwann selbstverständlich. Sich über diesen Mist keine Gedanken mehr zu machen, wäre schon n krasser goal. Mein Partner kann das übrigens null nachvollziehen, weshalb ich mich geniere, sowas anzuziehen. Männer halt. Andererseits wie schlimm wäre es, wenn er mich nicht lieben würde, wie ich bin oder sich gar für mich schämen würde. Wenn ich die Kommentare unter Bildern auf Social Media sehe, bin ich doch immer wieder schockiert, wie viele Männer da draußen darüber lästern. (Wiederum sind das sowieso Idioten, mit denen ich mich zum Glück nie auseinandersetzen muss.) Kleidung ist eben ein Schutz und das Maxi Kleid im Schrank meine Komfortzone. Lange Rede, kurzer Sinn: ich werde es für mich und die Menschheit ausprobieren. (Schritt 3 wäre übrigens Bilder fürs Familienalbum in Shorts zu machen… kümmern wir uns aber erstmal um 1 und 2!)
Fakt ist: Ich sehe nunmal so aus, da kann ich hier und heute machen, was ich will. Also, wenn irgendjemand da draußen das hier überhaupt lesen sollte und sich jetzt das selbe denkt, probiert es mit mir aus – ist ganz einfach ;).

Schreibe einen Kommentar